Liebesleben

Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.

– Albert Schweitzer

 

Liebe ist doch auch nur personenbezogenes Glück.

 

 

Heute bin ich seit 365 Tagen mit meiner Freundin zusammen.

Ein Jahr ist kein langer Zeitraum, doch was ich in diesem Jahr alles mit ihr erleben durfte, war ganz schön umfangreich. Was bisher geschah:

  • wir lernen uns indirekt bei einem Jodeltreffen kennen, bei einem schönen Abend in verschiedenen Bars tauschen wir unsere Nummern aus.
  • wir treffen uns mehrere male, machen Spaziergänge, führen spannende vor allem offene Gespräche und gehen ins Kino, Küssen uns auf einer Brücke und es geht auch noch weiter
  • nach einem Kinobesuch wird festgehalten, dass wir keine Beziehung eingehen werden, weil ich zu Jung bin und mir passt das auch, da ich mich nicht festlegen will. Damit endet bald die sexuelle Beziehung.
  • wir treffen uns weiterhin, um gemeinsam Zeit zu verbringen, während geschätzt einem Monat reiner Freundschaft, in welcher ich mich mit anderen Frauen Treffe und die Beziehungsfrage für mich keine große Rolle mehr spielt (sie hat ja immer wieder beteuert, dass sie keine Beziehung will bzw. nicht mit mir), machen wir gemeinsam einen Anfänger Tanzkurs.
  • Nach dieser Zeit kommt es für sie zu einem Schlüsselerlebnis. Nachdem wir bei ihr einen Film geschaut haben, küsse ich sie. Es ist an dem Abend nichts weiter passiert. Für mich war es zwar spannend, aber eben nicht so folgenreich, wie für ihre Gedanken. Am folgenden Wochenende treffen wir uns und sie übernachtet sogar bei mir, was sie normal nicht tat.
  • als wir ein anderes mal bei mir sind, läuft das Gespräch darauf hinaus, dass sie mit mir zusammen sein will, dass ist schön, kommt aber auch ganz schön überraschend für mich. Was soll ich sagen, wir sind seit diesem Abend zusammen.

Jetzt kommt das vergangene Jahr:

  • Ich brauchte recht lange um zu realisieren, dass wir nun eine feste Beziehung führen. Ich bin etwas verunsichert, da sie sehr unsicher ist. Sie stellt alles in Frage, dass ist nichts neues, das tut sie von Anfang an, was eben auch zu so spannenden Gesprächen führt. Aber jetzt habe ich häufig das Gefühl, dass sie die Beziehung auf für mich gefühlt schlechte art und weise in Frage stellt. Für mich schlecht, weil ich das Gefühl bekomme sie immer wieder von der Beziehung überzeugen zu müssen.
  • Das ganze steht also noch auf sehr wackeligen Beinen. Hinzu kommt, dass ich eigentlich keine Fernbeziehung führen möchte. Doch nach meinem Plan ziehe ich ich nach fünf Monaten etwa 180km weg. Bisher wohnten wir zirka 1,5 km auseinander, hinzu kommt, dass wir beide kein Auto besitzen und es auch keine direkte Fernbusverbindung besteht. Puh! Das heißt wir führen zwar die Beziehung aber ich habe das Gefühl, dass sie sich nicht wirklich darauf einlassen kann, da ihr das ganze zu unsicher scheint. Weshalb ich mich wiederum frage, warum wir dann eine Beziehung führen. Wir haben viele schöne und einige zweifelnde Momente.
  • Also ziehe ich um und beginne mein Studium. Das erste tief lässt nicht lange auf sich warten. Als ich ihr erzähle, dass eine Kommilitonin bei mir(im Bett) übernachtet hat, ist sie erst mal etwas niedergeschlagen. Für mich war das Übernachten keine große Sache, sie wollte eben in der Nacht nicht alleine heim laufen und ich hatte keine Lust sie heim zu bringen. Nach etwas hin und her glaubt sie mir, dass nichts weiter passiert ist und es geht wieder normal weiter.
  • Es folgt bald die erste Klausurenphase und anschließend die ersten Semesterferien. In diesen Ferien kommt es zwei weitere male zu Streitpunkten. Wir fahren gemeinsam mit einem um eine Matratze im Laderaum erweiterten Fordtransporter durch Frankreich nach Spanien mit mehreren Zwischenstopps. In Barcelona gehen wir feiern und ich tanze mit meiner Freundin und einem weiteren Mädel, das kam nicht so gut an. Wieder finde ich es nicht schlimm und es wäre auch schnell erledigt gewesen, hätten wir nicht eine lange fahrt nach zum Campingplatz zurück gehabt hätten. Aber so bin ich durch Alkohol und Schlafmangel etwas durchgedreht. Auch das hat sich wieder eingerenkt, der andere Punk kam etwa drei Wochen später, als ich erneut durch Alkohol und Müdigkeit durchdrehe. Aber auch das wurde wieder gut.
  • Alles ist wieder in Ordnung und ich scheine ihr tatsächlich wichtig zu sein. Das fühlt sich wahnsinnig gut an.

Dies ist wohl die richtige Stelle, an der man sich fragt, ob ich wohl ein Alkoholproblem habe.

 

Das hört sich alles unglaublich gut an, in so einer kurzen Zeit so viele (für mich außergewöhnlich viele) auf und ab´s. Scheint als würden wir einiges hinbekommen, ohne gleich alles hinzuschmeißen. So ist es auch, und ich liebe sie genau so wie sie ist.