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Alkohol

Ich trinke gerne Alkohol, das ist gefühlt schon immer so. Mit etwa 14 Jahren ging es los. Davor nippt man mal an dem Weinglas oder Bier der Eltern aber es schmeckt einfach nicht, dann irgendwann wird es cool, wie man von den älteren hört, wie sie sich betrinken oder man sieht es in Filmen. Kurz um, zu einer gelungenen Feier gehört Alkohol. Ich würde sagen, mit knapp 15 Jahren kaufen einem die Eltern, die älteren Geschwister oder bekannte einem ohne sich groß Gedanken zu machen einen Kasten Bier. Den ersten Absturz hatte ich dann mit 15 auf dem Geburtstag meines damals besten Freundes. Von seither würde ich sagen trinke ich regelmäßig. Klar es gibt immer wieder Phasen, in welchen man andere Prioritäten setzt und eine weile auf eine Abschlussprüfung lernt oder sich sportlich verbessern will, aber irgendwann kam immer der Punkt, an dem ich wieder „leben“ wollte. Mich einfach mal wieder mit ein paar Kollegen ordentlich betrinken, scheiße bauen, sich daneben benehmen oder weil alles nicht so richtig läuft und einen stresst einfach mal ausschalten. Wenn ich betrunken bin mache ich mir nicht so viele Gedanken. Wie das so ist, am Abend etwas trinken und am nächsten Tag aufwachen und sich fragen, wie man auf diese verdammt blöde eventuell auch noch gefährliche Idee oder wie man überhaupt nach Hause gekommen ist. Alles nicht schlimm, ich habe bestimmt schon haufenweise Menschen gestresst, angepöbelt und Sachen kaputt gemacht(unabsichtlich wie mutwillig), weil ich betrunken war. Das war bisher nie ein Problem für mich, da ich ja nicht ich bin, wenn ich betrunken bin. Da gibt es einiges, wofür ich mich schämen sollte, aber warum denn? So feiere ich eben! Bei Alkohol weiß ich nicht, wann genug ist und ich will nahe zu jedes mal(!) trinken, bis ich kaum noch laufen kann.* Was mich stört sind die riesigen Gedächtnislücken, wozu trinken, wenn ich auch einfach ins Bett gehen kann? Das hat doch nur Vorteile, mehr Geld und morgen keinen Kater. Ich rede mir ein, dann hätte ich weniger Spaß, aber wozu denn Spaß, wenn es später doch ins negative ausartet. Und mit negativ meine ich, dass ich Menschen die mir wichtig sind verletze.

Doch wo ich mich mit mir selbst beschäftige und versuche etwas reflektierter zu werden und mich selbst besser kennen zu lernen, da merke ich, das mir genau das zum Verhängnis wird. Ich mag mich nicht, wenn ich betrunken bin. Ich sage und mache Dinge, welche nie zu meinen nüchternen Werten passen. Muss ich da jetzt eine Lösung finden? Bisher habe ich dazu nein gesagt. Betrunken kann ich ich sein, Betrunken sage und mache ich was ich will. Betrunken fällt es mir leicht andere anzusprechen, betrunken bin ich weniger für den Schrott, den ich verursache verantwortlich, denn ich bin ja betrunken. Für mich ist es verdammt schwierig da Bilanz zu ziehen. Aber das ist nun mal der Grund, warum es so viele Alkoholiker gibt. Man ist der beste darin sich etwas schön zu reden. Eine Sucht ist genau so klug wie man selbst ist, schließlich denkt man sich die Ausreden selbst aus und belügt sich auch selbst. Man will nichts negatives aushalten, jeglicher Schmerz oder Unwohlsein wird direkt unterbunden. Man ist es einfach nicht gewohnt etwas ertragen zu müssen. Und nun wo ich mich eben mit mir selbst beschäftige will ich einen gesunden Weg für mich finden. Ich will es schaffen, den Punkt zu finden, an welchem ich aufhören muss zu trinken, um mir selbst und meinen Werten treu zu bleiben.

Ich weiß, dass ich da etwas ändern muss, da innerhalb dem einen Jahr, welches meine aktuelle Beziehung andauert nur aus den Nächten Probleme entstanden sind, in welchen ich betrunken war.